Bad Temper Joe – Blues ohne Schmus

Bad Temper Joe

Ain’t Worth  A Damn

Nur wenige Bluesmusiker sind willens und in der Lage den Blues auf eine althergebrachte, authentische Weise vorzutragen. So viele Spielarten und Crossoveranstrengungen lassen auch den Blues in vielen Farben glänzen. Doch Glanz ist die Sache des Blueses nicht. So ist es schön, sich gelegentlich auf Authentizität zu besinnen. Der Bielefelder Bad Temper Joe gehört seit ein paar Jahren zur Creme der deutschen Bluesszene. Die Nationalität hat er musikalisch längst vernachlässigt. Wer ihn live erleben konnte, weiß, dass die Abende mit seiner Musik die Stimmung von Mangrovensümpfe, feuchten Nächten in Graslandschaften, dem Geruch von Rauch und dem Insektensummen über einem Baumwollfeld erzeugen. Wer ihn live noch nicht erleben konnte, kann dies nun via CD-Recording tun. “Ain’t Worth a Damn” heißt das Album, das der charismatische Bluessänger und -gitarrist in belgischen Gent im November letzten Jahres aufgenommen hat. Solo, Akustik, keine langen Ansagen, kein Schmus. Nur unverfälschter Blues. Einmalig.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Bad Temper Joe in der Sendung Go-West zu hören.

Hörtipps gibt es bei Timezone:

 

Live kann man sich Joe in den folgenden Wochen an verschiedenen Orten in Deutschland ansehen:

29.03.2018 – Leipzig – Mühlkeller

31.03.2018 – Lauchhammer-Ost  – Real Music Club

10.04.2018 – Münster – Cuba Nova

13.04.2018  -Bremen – OililiO

05.05.2018 – Minden – AmeisenKulturhügel Hamburger Hof

12.05.2018 – Wuppertal – Bandfabrik

16.05.2018 – Darmstadt – Goldene Krone

17.05.2018  – Würzburg – Wunschlos Glücklich

18.05.2018  – Speyer – Irish Pub Inside

19.05.2018 – Lörrach – Nellie Nashorn

24.05.2018 – Oppenheim – Lili Marleen Kaffeehaus (mit Band)

26.05.2018 – Staufen – Wein und Musik Festival (mit Band)

30.05.2018 – Bielefeld – Leinewebermarkt (mit Band)

08.06.2018 – Herzogenrath – Spielzimmer

Reto Burrell – Der Amerikaner unter den Schweizern

Reto Burrell

mit neuer Platte auf Tour

www.retoburrell.ch

Reto Burrell (© by Tabea Hueberli)

Reto Burrell stammt aus dem Kanton Nidwalden, also aus der exakten Mitte der Schweiz. Das ist von Amerika ziemlich weit weg. Trotzdem besitzt Reto Burrell das Herz eines Songwriters, der Folk und Country, Blues und jede weitere Art der Americanamusic ein- und wieder ausatmet. Sein mittlerweile zehntes Studioalbum „Shampoo or Gasoline“ ist eine frische American-Rock’nRoll-CD, mit einem leichten Hang zur Countrymusic. Wo andere nach 20 Jahren Musikerdasein in die Selbstverwaltung ihres Werkes abdriften, kommt Burrell so lebendig und aufgeweckt daher, als veröffentliche er sein Debüt.

 

 

In diesem Jahr tourt Reto Burrell wieder durch einige Länder Europas:

27.04.2018 DE-Wesel, JZ Karo
28.04.2018 DE-Bordesholm, Albatross
03.05.2018 DE-Stuttgart, Laboratorium
05.05.2018 DE-Singwitz, Kesselhauslager
09.05.2018 DE-Mülheim/Ruhr, Freilichtbühne
12.05.2018 DE-Reitwein, Heiratsmarkt
18.05.2018 ES-Castellón, Veneno Stereo
19.05.2018 ES-Murcia, Garaje Beat
23.05.2018 ES-Barcelona, Rocksound
24.05.2018 ES-Zaragoza, Sweet Caroline
25.05.2018 ES-A Coruna, Mardi Gras
26.05.2018 ES-Vigo, Sala Rouge
27.05.2018 ES-Aldeamayor de San Martín, El Zagal
30.08.2018 DE-Villingen-Schwenningen, Scheuer-Hoffest
29.09.2018 CH-Spiez, Rox Bar
04.10.2018 CH-Hasliberg, Wetterhorn
20.10.2018 CH-Ebikon, Hangover Bar
09.11.2018 CH-Seewen, Gaswerk
16.11.2018 CH-Lenzburg, Baronessa

Adam Wendler „Never Go Unknown“

Adam Wendler

Kanadischer Indipop-Songschreiber mit neuem Album

Der gebürtige Kanadier Adam Wendler hat ein Faible für die deutsche Hauptstadt. Er versuchte es hier mehrere Monate als Straßenmusiker. In Berlin veröffentlichte er jetzt auch sein Album “Never Go Unknown” auf dem er eine ganze Reihe melodischer Indipopsongs eingespielt hat. Songs, die leicht und locker aus dem Tonträger flutschen und seine gute Laune auf den Hörer übertragen. Inspiration für seine Lieder ist seine Unruhe, die ihn immer wieder auf Reisen schickt. Er tourte monatelang durch Deutschland und Kanada, gewann ein paar Newcomer-Wettbewerbe – vor allem in Berlin.

Im April ist er mit seiner neuen Platte in Deutschland auf Tour:

04 April  Songslam Berlin
05 April 800A Berlin
06 April Artliners Berlin
07 April Nhow Hotel Berlin
11 April Ponyhof Frankfurt Am Main
12 April H!nterhaus Frankfurt On Main
13 April Bei Chez Heinz Hannover
14 April Neumarkt Wohnzimmer Dortmund
17 April Freundlich und Kompetent, Hamburg
18 April Tonfink, Lübeck
19 April Pogue Mahone, Kiel
20 April Galerie Fango, Cottbus
21 April Real Music Club, Lauchhammer
23 April Periplaneta, Berlin
25 April Seniorenheim, Müllrose
28 April Art an der Grenze Festival, Frankfurt Oder

 

Hiss im Maschinenhaus der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg am 16. Februar 2018

Dampfablassen mit Hiss

 

Mitte des 19. Jahrhunderts unternahm der menschliche Geist einen enormen Sprung nach vorn. Er erfand zahllose technische Gerätschaften, die ihm erfolgversprechende Möglichkeiten bescherten, den Nachbarn vom eigenen Größenwahn zu überzeugen. Er erfand Fahrzeuge, die den Menschen schneller von A nach B brachten, zum Beispiel auf großen Dampfschiffen von Europa nach Amerika. Kurz – es war die Zeit der Siegeszüge, die bekanntlich nur dann vorankommen, wenn genügend Verlierer auf der Strecke bleiben. Zwei gewaltige Erfindungen haben sich damals auf den Weg gemacht, der Welt Unheil und Segen gleichermaßen aufzubürden: die Dampfmaschine und die Polka. Die Dampfmaschine, die als Antrieb für Züge, Dampfschiffe und zahllose Produktionsmaschinen ein neues Lebenstempo diktierte, wurde im Rhythmus der Polka adaptiert, kaum dass diese ihre böhmische Heimat Richtung Neue Welt verließ. Hopsend, vorwärtsdrängend tanzten die Menschen im selben Takt, wie die dampfbetriebenen Kolben schlugen und ratterten. Alles im 2/4 Takt, der gleichmäßig dynamisch wirkt, weil jeder schwere Schlag gleich schwer ist. Dem Marsch nicht unähnlich, nur nichts so humorlos. Die Polka ist damit eindeutig die Musik der Dampfmaschinen – Steampolk – und genauso präsentierte sie sich auch, als Stefan Hiss und seine Gruppe im Maschinenhaus der Kulturbrauerei im Berliner Prenzlauer Berg am 16. Februar 2018 auftrat.
Dynamisch und mit treibenden Rhythmen präsentierte der Hans Dampf der Polka sein neues und doch wohlbekanntes Programm auf der Basis weiser Weltsichten, entstanden durch erlittene Qualen, geläutert durch Krisen und zu strahlendem Glanz gebracht durch das beständige Schmirgeln des Sandpapiers des Lebens. Mit lehrreichen Erläuterungen, gesprochenen wie gesungenen, versuchte er den anwesenden Polkahooligans die Polka als Rettungsring für Notfälle in allen Lebensbereichen, aber besonders auf hoher See nahezulegen. Das Programm, das die zahllosen Reisen der Gruppe Hiss in alle Winkel der Welt offenbarte, besaß diesmal deutlich nautischen Charakter. “Südsee, Sehnsucht und Skorbut” heißt das neue Album, das sich im Reisegepäck der Musiker befand. Die christliche Seefahrt, in Segeltuch und Dampf gehüllt, die unendlichen Weiten der Meere und die unendlichen Weiten der Taiga spielten gleichermaßen eine Rolle, wie Seemannsgarn und bewusstseinserheiternde Getränke. Als unangefochtener Polkakönig weiß Stefan Hiss geschickt selbst Nautik und karibisches Flair in seine Musik einzuflechten. Die Polka ist schließlich der Shanty der Landratten, der Hafentango des Dreiseitenhofbauern, die getanzte Sehnsucht des Nichtschwimmers. Da sangen alle Hauptstädter an diesem Abend mit, laut und nicht immer richtig, wenn aus und vor des Meisters Brust die Reisesehnsucht in treibendem Akkordeontakt und wie immer mit leicht dreckiger Stimme herausbrach und Bilder von Sansibar, Seefahrern, Rum und Leidenschaft entstanden und von sibirischer Kälte sowie ewiger, zumindest bis zum nächsten Morgen dauernder Liebe die Rede war. Erklärte Polkaköniginnen, 1,50 in der Höhe, aber mit einem Drehradius von geschätzt sieben Metern schlugen verzückt um sich, mutmaßliche Veganer sangen schwärmerisch den Genussmittel verherrlichenden Text von “Zeugen des Verfalls” mit. Luftgitarrenvirtuosen kopierten den Stil des Polkagitarristen Thomas Grollmus während seiner exzellenten Solomomente. Andere versuchten, die elegante Mimik des Bassisten Volker Schuh zu lesen.
Der Boden der alten Industriehalle vibrierte bei Speedpolka, federte bei Reggaepolk und schwankte beim gemeinsamen Schunkeln, das sich wie ein satirischer Protest gegen die industrielle Herstellung von Volksmusik ausnahm. Und natürlich verdrückte sich manch jung gebliebener Gast eine Träne während der Hommage an Österreichs größten Seefahrer Freddy Quinn.
Man hat die Gruppe Hiss in den letzten Jahren immer wieder versucht, mit großartigen Preisen und gerechtfertigten Würdigungen zur Ordnung zu rufen. Die Anmut der Jugend dahin, den Anforderungen der gesellschaftlichen Anständigkeit und Korrektheit nur widerwillig oder gar nicht nachkommend, ziehen die fünf Musiker trotzdem unbeirrt durch die Welt, um unter Zuhilfenahme ungebrochener Spielfreude Menschen mit unterschiedlichsten Lebensplanungen unterhaltsam klarzumachen, dass das Leben viel mehr Dampf besitzt, als ein hipper Selbstgeiselungstrend zu unterdrücken vermag. Dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Aktuell sind Hiss noch auf Tour. Termine findet ihr auf der Seite der Band unter  www.hiss.net

Gordie Tentrees & Jaxon Haldane – Kanadische Folkurgesteine mit neuem Album auf Tour

Gordie Tentrees & Jaxon Haldane »Grit (Live)«

Greywood Records, 2017
/http://www.tentrees.ca/

Die beiden kanadischen Folkmusiker Gordie Tentrees und Jaxon Haldane haben sich vor einigen Jahren zusammengetan, um live ihre Songs vorzutragen. Das Album “Grit” trägt nun ein paar der Konzerthighlights zusammen, die an unterschiedlichen Orten während zahlloser Auftritte entstanden. Die beiden Rootsmusiker bedienen dabei eine Vielzahl von Instrumenten, von der Gitarre, über Mundharmonika bis zu Zigarrenbox und Singender Säge. Zwölf Songs gibt es auf dem Album zu hören, meist Eigenkompositionen, aber auch Adaptionen von Fred Eaglesmith und Willie P. Bennett.

Die beiden Vollblutfolker sind 2018 auch im deutsprachigen Raum zu bewundern:

05.04.2018 DE-Hamburg, Kukuun
06.04.2018 DE-Hamburg, Soundyard
07.04.2018 DE-Warnemünde, Ringelnatz
08.04.2018 DE-Bordesholm, Private Show
09.04.2018 DE-Kiel, Waldhaus Kiel
10.04.2018 DE-Dillenburg, Erbse
11.04.2018 DE-Viersen, Tommy’s Workshop
12.04.2018 DE-Herzogenaurach, Private Show
13.04.2018 DE-Göttingen, City Limits
14.04.2018 DE-Berlin, Fahrradkeller
15.04.2018 DE-Hameln, Sumpfblume
16.04.2018 DE-Frankfurt, Der kleine Mann mit dem Blitz
17.04.2018 DE-Villingen-Schwenningen, Scheuer
18.04.2018 DE-Waldkraiburg, Haus der Kultur
19.04.2018 DE-Hilden, Roger’s Blues Bar
20.04.2018 DE-Bad Frankenhausen, Panorama-Museum
21.04.2018 DE-Lauchhammer, Real Music Club

Dan Sheron aus Portland auf Tour

Dan Sheron und Balto

Dan Sheron  (Photo by Benedict Evans)

Ein weiterer hörenswerter Songwriter aus Portland/Oregon begibt sich auf umfangreiche Europatournee. Dan Sheron tritt mit seiner Band Balto mit einem gelungenen Mix aus Blues, Soul und Motownstyle in die Fußstapfen von Jackson Brown, Tom Petty und Elvis Costello. Sein Album „Strangers“, das jetzt auf dem europäischen Markt veröffentlicht wird, ist geprägt vom seelenvollen Geschichtenerzählen, von Piano begleiteten Balladen, wie der Song „Star of Bethlehem“ beweist. Schmissige Popsongs präsentiert er ebenso gekonnt, wie in „Restless Generation“ zu hören ist und mit „Shots in the Dark“, schlägt er etwas rockigere Töne an.  „Strangers“ ist ein höchst unterhaltsames, positiv stimmendes  Album.

 

 

Solo ist Dan Sheron  in Deutschland, der Schweiz und Österreich
auf Tour zu folgenden Terminen:

22.02. Hard Rock Cafe | Innsbruck (AT)
23.02. Club Glam | Feldbach (AT)
24.02. Bart | Timelkam (AT)
26.02. Monomontag @ Portier | Winterthur (CH)
27.02. The Lovelace | München (DE)
28.02. Q | Marburg (DE)
1.03. Dorett | Mainz (DE)
2.03. Scruffys | Karlsruhe (DE)
3.03. K19 | Kassel (DE)
4.03. Hafen 2 | Offenbach (DE)
5.03. Domkeller | Aachen (DE)
6.03. E-Werk | Osterwiek (DE)
7.03. Ä | Berlin (DE)
8.03. Prinz Willy | Kiel (DE)
9.03. Duisburg | Bolleke (DE)
10.03. Kunsthaus Nexus | Saalfelden (AT)
11.03. N8 | Augsburg (DE)
13.03. Tonfink | Lübeck (DE)
14.03. Parkclub | Fürstenwalde (DE)
15.03. Farbfernseher | Berlin (DE)
16.03. Zucker | Darmstadt (DE)
17.03. Cafe Klatsch | Wiesbaden (DE)
18.03. Böllerbauer | Haag (AT)
19.03. Haus der Musik | Wien (AT)
21.03. Folkcafe | St. Gallen (CH)
22.03. Klubovna | Prague (CZ)

OK Sweetheart aus Seattle

OK Sweetheart

Erin Austin (© by Michael Cooper)

Erin Austin heißt die Sängerin, die sich hinter dem Namen OK Sweetheart verbirgt. Die 31-jährige Songwriterin lässt auf ihrer aktuellen Produktion „Far Away“ Fernweh anklingen. Fernweh im räumlichen, wie im zeitlichen Sinne. Die Songs klingen, als hätten sie auch schon vor zwanzig oder dreißig Jahren ihr Publikum gefunden. Trotzdem wirken sie nicht alt. Der Blick in die Vergangenheit ist Erin Austin ebenso wichtig, wie der ins Jetzt und der Blick in die Zukunft. Und so verbinden sich in den Songs von OK Sweetheart die Klänge der Motown Ära mit dem Pop der Gegenwart, um damit eine Musik zu präsentieren, die man auch noch in der Zukunft gern hört.