Frisch bei uns eingetroffen

Neu bei Radio-Skala eingetroffen

Ralf Weihrauch

Alles Tot im Bauernhimmel

 

Folk & Reggae
Deutschland 2019
13 Tracks; 58:07 min
Blue Bowl
www.ralfweihrauch.de

Vorgesehen für die Sendung Heimatklang

Frollein Smilla

Freak Cabaret

 

BrassFolk
Deutschland 2019
13 Tracks; 47:06 min
T3 Records
www.frolleinsmilla.com

Vorgesehen für die Sendung Heimatklang

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Groupa
“Kind of Folk Vol.2 - Norway”

 

Nordic-Folk
Schweden 2018
14 Tracks; 48:13 min
All Ice Records
http://groupa.se/

Vorgesehen für die Sendung Nordlichter.

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CD-Empfehlung: Canan Uzerli – Emotionaler Spagat zwischen den Kulturen

Canan Uzerli “İçten Gelen Ses”

Deutschland 2018
15 Tracks; 53:32 min
Canan Uzerli Music
www.cananuzerli.com

Wie reichhaltig sich Musik entwickeln kann, wenn man verschiedenen Kulturen Raum gibt sich gemeinsam zu entfalten, hört man eindrucksvoll auf dem Album “İçten Gelen Ses” der türkisch-deutschen Sängerin Canan Uzerli. Übersetzt heißt das Album “Die Stimme aus dem Innern”. Sehr persönlich wirken die Songs, die die Künstlerin durchweg auf Türkisch singt. Im Booklet sind alle Texte zudem ins Deutsche übertragen, so dass man den Songs und der wunderschönen Stimme lauschen und den Gedanken der Sängerin folgen kann. Die poetischen Texte drehen sich um Glück, Sehnsucht, Schicksal. Auch eine Liebeserklärung an Istanbul ist zu hören. Mit Akkordeon und Saz, mit Geigen und Gitarren verbindet sie die beiden Kulturen, die in ihrer Seele wohnen. Musikalisch wagt sie dabei den Spagat zwischen Pop, Folklore und europäischen Hörgewohnheiten. Tango und Flamencoanklänge finden in den Liedern ebenso ihre Berechtigung, wie die reichhaltige Klangharmonie der türkischen Musik. “İçten Gelen Ses” ist ein Album, das vom ersten Ton an fesselt und einen am Ende beseelt und glücklich entlässt.

© Karsten Rube 2019 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Canan Uzerli in der Sendung Orient Express und bei den Womens Voices zu hören.

George Leitenberger & Roddy McKinnon “Raw Love”

George Leitenberger & Roddy McKinnon “Raw Love”

Deutschland 2018
14 Tracks; 55:57 min
Silberblick Music
http://georgeleitenberger.com/

Praktisch, wenn man als Musiker auf die zahllosen Möglichkeiten der modernen Techniken zurückgreifen kann. Noch schöner ist es, wenn man das gar nicht muss. Der Gitarrist George Leitenberger aus Deutschland und der Schotte Roddy McKinnon konzentrieren sich auf ihrem  gemeinsamen Album “Raw Love” aufs Wesentliche. Sie spielen einfach. Die 14 Tracks, der einfachen, wie brillanten Produktion haben sie in fünf Tagen in einer Art Live-Gig-Session im Studio eingespielt. Ehrlich und ohne Tricks. Leitenberger setzt hier seine Erfahrung als Songwriter und Liebhaber des Deltablues ein. McKinnon ist präsent als langjähriger Rockmusiker und punkbegeisterter Gitarrist. Beide zusammen erzählen Persönliches, Melancholisches und Romantisches, begleitet vom Stahl ihrer Gitarrensaiten. Als Bonustrack gibt es eine Hommage an den verstorbenen Berliner Schauspieler Andreas Schmidt.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von George Leitenberger & Roddy McKinnon in der Sendung Go West zu hören.

Der Berndt – Jazz ohne Kompromisse

Der Berndt „Tree of Knowledge

Deutschland 2018 11 Tracks; 61:51 min (Timezone www.timezone-records.com)

Manchmal hört man einen Song, eine CD und fühlt sich sofort an eine frühere musikalische Erfahrung erinnert. Vergleiche sollte man tunlichst lassen, da Künstler ihre eigene persönliche Note finden möchten und man diese nicht mit Vergleichen im Stile von “Klingt, wie …” abtun sollte. Im Falle der Musik von Der Berndt und seinem außergewöhnlichen und experimentierfreudigen Album “Tree of Knowledge” möchte ich trotzdem einen Vergleich anführen, der weit hergeholt scheint. Aber tatsächlich fühlte ich mich beim Hören des Albums an den meist unterschätzten Soundtrack Hollywoods erinnert, nämlich an die von Joe Jackson geschriebene Musik zum Film “Mikes Murder”. Jackson arbeitete damals mit ähnlichem Instrumentarium und brachte eine Stimmung hervor, die auch Der Berndt hervorzurufen vermag. Irgendwas zwischen Traumverlorenheit und verlustbedingter Vergeblichkeit. Nicht gerade ein hoffnungsvoll stimmendes Konzept für ein Jazzalbum. Aber Thomas Berndt lebt musikalisch auf einem eigenen Stern, weit davon entfernt sich konzeptionell reinreden zu lassen. “Tree of Knowledge” ist ungewöhnlich, unangepasst und von starker emotionaler Prägung. Rhythmische Sprünge, Klangspiele mit Hall und Stimmen spielen dabei ebenso eine Rolle, wie der schnelle Wechsel von Klavier auf E-Piano. Wenn man sich das Album mit Geduld und ablenkungsfrei angehört hat, erwacht die Erkenntnis, hier ein Stück unverwechselbaren, ziemlich durchtriebenen Jazz gehört zu haben. Lediglich das CD-Cover ist etwas albern geraten.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Der Berndt in der Sendung World-Jazz zu hören.

Anregender Indiefolk aus Köln

We used to be Tourists “The Benefit of Doubt”




Deutschland 2018
11 Tracks; 37:36 min
Couch’n Candle
www.we-used-to-be-tourists.com

Die junge Band We used to be Tourists aus Köln, hat sich für ihr zweites Album etwas Zeit gelassen. Das ist immer eine gute Idee, nach einem hervorragend besprochenem Debüt. Schnell kann eine Wiederholung des ersten Erfolges daneben gehen. Die vier Musiker, eine Dame und drei Herren haben Eindrücke gesammelt, als sie reisten. Amerika, Israel, Skandinavien und Mallorca. Und Reisen verändert Blickwinkel. Die Musik ihres zweiten Albums “The Benefit of Doubt” besitzt viele musikalische Blickwinkel, viele Impressionen kann man hören, fröhlich ausgelassene, wie leise und getragene. Geschichten werden erzählt, Gefühle geteilt, mal textlastig, mal nur auf der Basis von Melodie und Instrumentierung. Die Form des Indiefolks, die We used to be Tourists also lockere Kategorisierung anführt, basiert auf ziemlich gut durchdachten Arrangements. Ein etwas verstimmt wirkendes Barpiano spielt dabei ebenso einer Rolle, wie eine stimmige Abmischung von Streichinstrumenten. Dazu ein einfacher, aber mitteilungsfreudiger Gesang, der von Solostimme bis hin zum harmonischen Satzgesang reicht. “The Benefit of Dout” ist ein einfühlsames Album, das lange nachklingt.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies

Herbert Pixner Projekt „Lost Elysion”

Österreich 2018
12 Tracks; 61:32 min
Hoanzl
www.herbert-pixner.com

Wenn man beginnt, das neue Album vom Herbert Pixner Projekt zu hören, ahnt man noch nicht, wie sehr sich die Musik auf “Lost Elysium” gegenüber den vorherigen Alben unterscheidet. Leise und langsam beginnt dieser Traum, der im Verlauf des Albums immer wieder von lauteren E-Gitarren zerrissen wird. Herbert Pixner führt uns seine musikalische Idee von den verlorenen Paradiesen vor. Eine Idee, die beweisen soll, dass Vollkommenheit langweilig ist und erst der Widerspruch, die Herausforderung, das Leben spannend macht. Beim Hören erging es mir jedenfalls so, denn Pixner überrascht, widersetzt sich der Gewöhnlichkeit und der erwarteten Harmonie. Den häufig sanft geschwungenen Akkordeonmelodien Pixners, setzt Manuel Randi verbissene E-Gitarrenklänge entgegen. Stücke, wie die “Toccata from Another World” klingen nach Vertreibung und Suche nach Neuland. Doch zwischen diesen kantigen Momenten lauern die sehnsuchtsvollen schönen Momente, die er mit Songs wie “Anna” ausdrückt. Flott zustande kommt im späteren Verlauf eine Polka für Akkordeon und E-Gitarre, die so amerikanisch klingt, als hätten die Musiker dabei ein Barbecue veranstaltet. “Lost Elysium” ist gewöhnungsbedürftig und musikalisch widersprüchlich. Je öfter ich das Album höre, umso vielfältiger werden die Eindrücke, die die Musik des Herbert Pixner Projektes bei mir auslösen. Das macht dieses neue Album sehr spannend.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Herbert Pixner in der Sendung Heimatklang zu hören.

Ticket to Happiness

Ticket to Happiness “All Aboard”

Deutschland 2018
12 Tracks; 36:57 min
Selfpublished
www.ticket2happiness.de

Freundliche Musik zum Mittanzen aus Münster hören wir von der Band “Ticket to Happiness”. Der Name ist Programm, denn die mitreißenden Songs aus einer Mischung von Folk, Celtic, Pop und Country begeistern schnell. Die Lieder haben einen rhythmischen Lauf, der sich mit dem temporeichen Rattern der Räder einer Eisenbahn vergleichen lassen. Thematisch wandern die vier jungen Musiker durch anglo-iro-amerikanische Gefilde und singen mal über Menschen in Mexico, in Tennessee oder in Dublin. In den Songs geht es ums Trinken, ums Arbeiten oder um die seelischen Abgründe eines Pfarrers. Ticket to Happiness nimmt man die Begeisterung für den Irish Folk gut ab und nur schwer lässt sich ihre deutsche Herkunft erkennen. Sehr stimmiges Debüt der Band.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Ticket to Happiness in der Sendung Celtic-Storm zu hören.

Mariza – großes Herz mit großer Stimme

Mariza „Mariza”

Portugal 2018
15 Tracks; 53:26 min
Parlophone
www.mariza.com

Auf Marizas neuem Album präsentiert sich die größte portugiesische Stimme der Gegenwart frei von allen oft bemühten Vergleichen. “Mariza” nennt sie selbst schlicht diese Sammlung zauberhafter, die Seele berührender Melodien, und Lieder. Eine Platte, die die Emotionalität der Künstlerin ebenso deutlich widerspiegelt, wie die kulturelle Vielfalt des lusofonen Sprachraums. Neben ihrer bevorzugten Disziplin, den Fado auf beeindruckende Weise zu interpretieren, lässt sie an einigen Stellen die Rhythmik Brasiliens einfließen und an anderer die Gelassenheit der kapverdischen Morna. Der Weltschmerz des Fados weicht deutlich der Lebensweisheit und der Sehnsucht nach Liebe. Die Lieder, die von Mariza sorgfältig ausgewählt und interpretiert werden, stammen von bekannten Komponisten, wie Arlindo de Carvalho, Custòdio Castelo und Mario Pacheco und mit Jaques Morelenbaum, Maria da Fé oder Ricardo Ribeiro stehen ihr ein paar außergewöhnliche Gastmusiker zu Seite. Jeder Song des Albums verzaubert auf eigene Weise. Das stimmungsvolle “Trigueirinha” ebenso, wie das getragene “Oi Nha Mãe” und das unbeschwert hoffnungsvolle “Amor Perfeito” – ein Lied, wie eine aufreißende Wolkendecke. Das aktuelle Album Marizas ist schlicht und ergreifend: ergreifend.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Mariza in der Sendung Lusofonia, so wie in der Sendung „Womens Voices“ zu hören.

Die Tüdelband – Nordseestimmung in der „Blauen Maus“ op Amrum

Die Tüdelband „Live op Amrum”

Deuschland 2017
7 Tracks; 37:04 min
Platt’N Teller
www.dietuedelband.de

2009 hatte Mire Buthmann in Hamburg die Idee: “Ich gründe jetzt mal ‘ne Band”. Ich hatte damals kurzzeitig Kontakt via MySpace mit der jungen Kapelle. Der Song “Uwe” klang damals vielversprechend. Frech und norddeutsch schnoddrig bedauerte die junge Sängerin in dem Lied, dass sich der Bursche, in den sie sich verguckt hatte, auf Jungs steht. Ich habe die Band dann etwas aus den Augen verloren. Irgendwann spielten sie mal in Berlin, wo ich sie knapp verpasste. Jetzt flatterte mir eine CD ins Haus: “Die Tüdelband – Live op Amrum”. Ein bisschen Recherche überraschte mich mit der Information, dass die Tüdelband mittlerweile einen ganzen Sack voll Alben produziert hat. Einen ausgezeichneten Querschnitt liefern die vier Musiker auf dieser Aufzeichnung des locker eingespielten und ausgezeichnet abgemischten Livekonzertes, das sie 2017 in der “Blauen Maus” auf Amrum gaben. Immer noch rotzfrech, immer noch schnoddrig norddeutsch, professionell im musikalischen Handwerk, spielen sie Lieder, in denen die Lebenslust die Hauptrolle besetzt, ohne kurzsichtig nur auf Spaß ohne Rücksicht zu bestehen. “Ganz goot” stellt die Frage, ob man nicht manchmal auch mit dem Glück des Augenblicks zufrieden sein sollte, statt immer noch mehr zu wollen. “Heimweh” rührt ans Herz, mit seiner ehrlichen Gegenüberstellung von weiter Welt und einem Heimatgefühl, das vom Herz ausgeht. “Zu Haus ist dort wo mein Herz schlägt…” singt sie. Ganz ohne Nordseemelancholie geht es auch bei den Tüdels nicht. Das Schifferklavier von Mire Buthmann harmoniert dabei mit den Gedanken an Ebbe und Flut und dem eingebildeten Geruch nach Schlick und Fisch. “Live op Amrum” komplett in friesisch herben Dialekt gesungen, ist für mich eine angenehme und etwas veredelte Wiederentdeckung eines regionalen Leckerbissens. So’n bisschen wie „Rote Grütze mit Schuss“.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von der Tüdelband in der Sendung Heimatklang zu hören.