Entspannte Worldmusic von der Elbmündung

Dagefoer "Jetsam"

 

Die Musiker der Gruppe Dagefoer haben sich in Hamburg zusammengefunden. Wo sonst mag man sich fragen, wenn man sich ihre Musik anhört. Das dritte Album der Band aus der Hafenstadt klingt ein bisschen nach in Musik gegossener Abendstimmung an der Elbmündung. Leichter Wind umweht die Ohren, während entspannte Klänge aus der Nähe und der Ferne harmonisch ineinanderfließen. Hektik kommt auf dieser CD nicht auf. Es ist eher die Gelassenheit des Augenblicks, der man sich bei dieser Musik hingeben kann. Ein bisschen einatmen und ein bisschen mehr ausatmen. "Jetsam" heißt das beruhigend schöne Album, das nicht nur konzeptionell, sondern vor allem auch künstlerisch überzeugen kann. Die neun Songs stammen alle aus eigenem Erleben und Erträumen, die Melodien suggerieren eine erzählerische Linie, die beinahe wie ein Soundtrack wirkt. Dabei stört es erstaunlicherweise überhaupt nicht, wenn über eine knappe Stunde kaum eine tempomäßige Abwechslung stattfindet. Im Gegenteil: Bleibt doch die Stimmung des langen ruhigen Flusses erhalten. Am popähnlichsten ist da noch der Song "In the Blind", bei dem man tatsächlich auf eine Weise ins Mitschwingen kommt, als würde man auf einer leichten Dünung mit einer Jolle herumtanzen. Wunderbar harmonisch ist das Zusammenspiel von Saxophon und Harmonika (die auf dem Album das Bild von der Elbe am Deutlichsten hervorstechen lässt). Jazz, Worldmusic und entspannter Folk treffen mit dem Album "Jetsam" von Dagefoer auf malerische Weise zusammen.

© Karsten Rube für Radio-Skala & Folkworld 2017

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