Zeitlos Schön – „Essentials“ von Martin Kolbe und Ralf Illenberger

Zeitlos Schön

Lange war es still um das Gitarrenduo Illenberger-Kolbe, das in den 70er und 80er Jahren zu den gefragtesten Akustikgitarrenduos zählte. Doch das heißt nicht, dass die beiden nicht in irgendeiner Form aktiv waren. Während Martin Kolbe sich mit einer ernsten psychischen Erkrankung herumschlug und diese seither auch mit Hilfe der Musik unter Kontrolle hält, verlegte Ralf Illenberger seinen Arbeitsort nach Arizona, wo er zahlreiche Aufnahmen mit namhaften Künstlern arrangierte und produzierte. 2016 besannen sich beide Musiker auf ihre erfolgreichen Jahre als Akustikduo und kramten in ihren frühen Aufnahmen herum. Sie sichten das Material, stellten es auf ihnen angemessene Weise neu zusammen, masterten ein paar der Songs neu. Herausgekommen ist keine halbherzige Kompilation, die mal schnell Altes neu vermarkten soll, wie es bei Plattenfirmen häufig so üblich ist, wenn man Geld wittert. Nein. „Essentials“ ist ein fein sortiertes Doppelalbum, das schon deshalb dem Werk der Künstler gerecht wird, weil sie selbst für die Auswahl verantwortlich sind. Auch mit der Namenswahl des Albums machen sie das Wesentliche klar. Heute, wie damals treffen sie Töne und Emotionen mit ihren Songs, die weder von Modediktaten noch durch kommerzielle Befindlichkeiten gesteuert sind. Die Experimentierfreude, die beiden Musikern nie abhandengekommen ist, lässt sich auf den beiden CDs von „Essentials“ wunderbar nachvollziehen. Und obwohl es ein Blick auf ein vergangenes musikalisches Erfolgsrezept ist, wirkt das Album nicht wie eine sentimentale Werkschau auf die Vergangenheit, sondern wie eine Bestätigung, dass Musik von außerordentlicher Qualität auch immer zeitlos ist.

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