Herbert Pixners symphonischer Blick über die Alpen

Herbert Pixner & Berliner Symphoniker
“Symphonic Alps”

Österreich/Deutschland/Südtirol 2020
2 CDs
CD 1 9 Tracks; 55:22 min
CD 2 10 Tracks; 51:11 min
Pixner Music Produktion
https://www.herbert-pixner.com/

 

Herbert Pixner gilt als Erneuerer der alpenländischen Volksmusik. Der Südtiroler Musiker ist selbst ein virtuoser Meister auf diversen Instrumenten. Sein Markenzeichen ist das Knopfakkordeon, auf dem er seit Langem ergreifende Melodien formt. Seit 15 Jahre bildet Pixner mit den Musikern Manuel Randi (Flamenco-Gitarre, E-Gitarre, Gipsy-Gitarre), Heidi Pixner (Harfe) und Werner Unterlercher (Kontrabass) unter dem Namen Herbert Pixner Projekt einen der erfolgreichsten Eckpfeiler der progressiven Volksmusik. Seine Werke sind häufig umfangreiche Geschichten ohne Worte. Poetische Werke aus wandelbaren Klangspektren. Wenn solche Musik, die ursprünglich aus dem volksmusikalischen Raum entstanden ist, auf die Hochkultur der symphonischen Klassik trifft, ist man schnell geneigt, von musikalisch unterschiedlichen Klassen zu reden. Ein Sujet, das immer noch lebt, aber längst in den Tümpel abgelegter Denkmodelle gehört. Virtuosität und Leidenschaft glänzt auf vielen Ebenen und verbindet sich zuweilen an unverhofften Orten zu hoher Brillanz. Das Herbert Pixner Projekt vereinigte sich 2019 für eine Saison mit dem großartigen Klangkörper der Berliner Symphoniker. Sie tourten im Herbst 2019 - damals, vor der Pandemie, als Liveauftritte noch der Standard für öffentliche und vitale Kultur waren - durch eine Reihe von Konzertsälen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Pixner gelingt es, mit seiner Musik Landschaftsbilder von deutlicher Detailtreue und agiler Lebendigkeit zu malen. Vor allem das Akkordeon bringt den Hörer auf die Alm, in die Stuben Tirols, in die Gassen der beschaulichen Städtchen. Die Klangfülle des Orchesters wiederum vermag den Blick schweifen zu lassen über die Erhabenheit und Weite des umgebenden Alpenpanoramas. Heidi Pixners Harfe untermalt die Situation schwelgerisch. Um eine allzu gefährlich tümelnde Stimmung aus dem Werk zu verbannen, setzt Pixner immer wieder auf Manuel Randi und seine vielfältigen Fähigkeiten mit seiner E-Gitarre die Stimmung ins Bedrohliche kippen zu lassen. Es wird deutlich, dass die Alpen hier nicht als streichelschönes Urlaubsparadies inszeniert werden, sondern als eine Natur von rauer Schönheit und gefährlichem Selbstbewusstsein. Eine Natur, die den Menschen oft genug klein und zu Recht beeindruckt erscheinen lässt. Nicht immer verharrt das Ensemble im Laufe des Konzertes beim Alpenklang. Manuel Randi ist auf der Flamencogitarre ebenso firm, wie auf allen anderen Gitarren und so wird es zuweilen mediterran warm ums Herz. Pixner greift bei den Liveeinspielungen auf vorhandenes Material zurück. Viele der Tracks sind Kompositionen, die er für die CD „Lost Elysium“ schrieb und die mit den Symphonikern eine neue Wertigkeit erfahren. Dies alles in erlesenste Klangkultur zu verwandeln ist Herbert Pixner, seinen Mitstreitern und den Berliner Symphonikern auf dem Doppelalbum “Symphonic Alps” meisterlich gelungen.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Herbert Pixner Projekt in der Sendung Heimatklang zu hören.

Krämer liebt Deine Tante

Sebastian Krämer
"Liebeslieder an Deine Tante”

Deutschland 2020
18 Tracks; 69:53 min
Broken Silence
www.sebastiankraemer.de

Wirklich Mut macht diese CD beim ersten Hören nicht. Krämers "Liebeslieder an Deine Tante" ist trotzdem ein Meisterwerk der hinterhältigen Lyrik und der musikalischen Feinfühligkeit. Krämer streckt keinen Zeigefinger in die Luft oder ermahnt den Hörer ein besserer Mensch zu werden. Man bemerkt bei ihm eher ein zaghaftes Schulterzucken. "Menschen sind halt so", scheint er zu sagen. "Man muss sie ja nicht mögen." Und doch, neben aller Melancholie, die man in den Stücken hört oder ahnt, schwingen liebevolle Momente auf, wie besonders im Text des Songs "Kein Liebeslied für Dich" oder bei "Mit dazu" zu Hören ist.
Der in Berlin lebende Chansonnier besitzt einen berührend altmodischen morbiden Charme. Neben seiner pointierten Klavierbegleitung lässt er kammermusikalische Perlen erklingen. Es sind wunderschöne Streicherarrangements, die seine Songs untermalen. Dafür zeichnen das Streichquartett Bowhème und die Sonnenunter-Gang verantwortlich. Nahezu klassisch kommt uns Krämer im "Neuen Reiselied". Hier glaubt man fast, Mozart hätte Heinrich Heine vertont. Krämers Tochter Hedwig kommt ebenfalls zum Zuge. "Frau Zielinski und der Finsterling" wäre ein wunderschönes Kinderlied, wäre der Text nicht eine Analyse einer klinisch depressiven Grundschullehrerin aus der Sicht einer Heranwachsenden.
Krämers Lieder sind selbst in den bizarren Momenten, an den Stellen, an denen andere Liederdichter in die Resignation abgleiten, so harmonisch, dass man in einen verhaltenen Freudentaumel verfällt und dabei wieder Hoffnung schöpft. Und sei es nur, weil Krämer einem das Gefühl gibt, dass die deutsche Sprache immer noch ihre schönen Seiten hat.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Sebastian Krämer in der Sendung Heimatklang zu hören.

Sehnsucht nach Ferne – Sehnsucht nach Nähe

Cobario
"Weit weg”

Österreich 2020
10 Tracks; 42:49 min
Independent Audio Management
https://www.cobario.com/

Mit welcher Selbstverständlichkeit wir in der zivilisierten Welt unsere Freiheit genossen haben, merken wir erst jetzt wirklich, wo sie plötzlich auf Grund der Diktatur einer unsichtbaren viralen Macht eingeschränkt ist. Soziale Kontakte, Freundschaften bleiben erhalten, wenn sie digitalen Mustern folgen können. Doch persönliche Momente bleiben auf der Strecke, wenn eine räumliche Distanz besteht. Sie ersetzen, kann das digitale Ersatzleben nicht. Und von der Freiheit des in der Welt Herumstrolchens kann man derzeit nur träumen. Das allerdings intensiv, denn Reisen kann und muss man nun medial: virtuell, literarisch oder musikalisch. Bei Letzterem helfen uns die drei Musiker der Gruppe Cobario aus Wien. “Weit weg” heißt ihr aktuelles Album, und der Titel verweist aktuell nicht mehr nur auf ein Träumen, sondern besitzt bereits einen Hauch des Flehens. “Weit weg” kommen wir, wenn wir uns in den Gedankenflügen verlieren, die die Musiker Herwig Schaffner, Georg Aichberger und Jakob Lackner mit Gitarren und Violine wecken. Für Überraschung sorgt ihre neu gefundene Gesangsstimme, die im aktuellen Album vermehrt in den Titeln erscheint. Scheinbar ziellos treiben sie den Hörer durch die Welt. Beginnen sie mit “El Mariachi” mit etwas Sonnenbrand und träge durchs gedachte Bild rollenden Steppenläufern, nehmen sie in “Lucky Punch” in bester Bluegrassstimmung Fahrt auf. “Kreise im Sand” nahm bei der Produktion, Monate vor der Coronakrise, die derzeit unerfüllbare Sehnsucht vorweg, frei und unbefangen, träumend und voller Freude grenzenlos zu sein. Und so führen sie den Hörer weiter an der Hand durch Welten und Kulturen und zu Menschen, denen sie begegneten, fernab der eigenen Begrenztheit. Aber auch dicht in die unmittelbare Nachbarschaft, wie es in dem schnuckelig, schnulzigen Lied “Mein Wien” herrlich heimelig zu hören ist. Slawische, orientalische, lateinamerikanische und iberische Einflüsse durchziehen ihre durchweg virtuosen musikalischen Linien. Einflüsse, mit denen sie sich in den Jahren vagabundierenden Musizierens an den verschiedensten Orten der Welt infiziert haben. “Weit weg”, das kann Reisen und Freiheit sein, aber auch Trennung und Abstand, wie im Abschlusslied deutlich wird. In beiden Fällen bedeutet “Weit weg” Sehnsucht. Eine Sehnsucht, der wir uns jetzt um einiges bewusster werden. Cobario liefert den passenden musikalischen Tonfall dazu.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Cobario in der Sendung Heimatklang zu hören.

Club des Belugas – Unterhaltsame Brillanz

Club des Belugas
“Strange Things on the Sunny Side”

Deutschland 2019
14 Tracks; 55:33 min
Chin-Chin Records
https://www.club-des-belugas.com/

Die Musik des deutschen Dancefloorjazzprojekts Club des Belugas einfach nur als Cool zu bezeichnen, würde der Sache nicht gerecht werden. Auf ihrem nunmehr elften Album beweisen die Soundtüftler um Maxim Illion und Kitty the Bill, was für ausgezeichnete Musiker und Arrangeure an den Songkreationen beteiligt sind. Der Clubjazz, den man auf "Strange Things on the sunny Side" zu hören bekommt, ist stellenweise impulsiv bis ungezügelt, wie „Quapa“ gleich am Anfang klar zeigt. Der Song "Crazy Lazy Friday Afternoon" wirkt hingegen ziemlich lasziv. Brillante Bläsersätze und eine ausgeflippte Querflöte unterstreichen hier eine gewollt schwüle Atmosphäre. Das Gefühl, glückselig durch die Nacht zu tanzen, vermittelt Iain Mackenzie mit seinem Lied "There's Nothing but you", während der Song, "Running Life" gesungen von Ashley Slater, den aufdringlichen Schmelz eines Brusthaartoupets mit Goldkettchen besitzt. Sehr schön zu hören ist auf dem Album auch, wie sich der Wunsch der Sängerin Maya Fadeeva, sich in den Pool der Clubinterpreten einzupassen, erfüllt hat. Zwei Songs mit der charismatischen Stimme Mayas kann man auf der CD hören. Mit wie wenig Mitteln die Musiker eine zum Hinschmelzen cineastische Stimmung zaubern können, beweist der Schlusssong "La Taillade". Streicher, hintergründige Bläser, eine gleichmäßige Rhythmussektion und eine indische Trommel beschwören vereinnahmende Bilder von einem endlosen Horizont über blauem Wasser herauf. Die Covergestaltung ist erneut eine Augenweide, die Musik eine Ohrenweide. Für mich die bisher reifste CD vom Club des Belugas. Enorm unterhaltsame Brillanz.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Club des Belugas in der Sendung Night Owl Club Lounge zu hören.

Frisch bei uns eingetroffen

Neu bei Radio-Skala eingetroffen

Telmo Pires
Através do Fado

 

Fado
Portugal 2020
10 Tracks; 35:28 min
Traumton
www.telmopires.pt

Vorgesehen für die Sendung Lusofonia

Ralf Weihrauch

Alles Tot im Bauernhimmel

 

Folk & Reggae
Deutschland 2019
13 Tracks; 58:07 min
Blue Bowl
www.ralfweihrauch.de

Vorgesehen für die Sendung Heimatklang

Frollein Smilla

Freak Cabaret

 

BrassFolk
Deutschland 2019
13 Tracks; 47:06 min
T3 Records
www.frolleinsmilla.com

Vorgesehen für die Sendung Heimatklang

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Groupa
“Kind of Folk Vol.2 - Norway”

 

Nordic-Folk
Schweden 2018
14 Tracks; 48:13 min
All Ice Records
http://groupa.se/

Vorgesehen für die Sendung Nordlichter.

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CD-Empfehlung: Canan Uzerli – Emotionaler Spagat zwischen den Kulturen

Canan Uzerli “İçten Gelen Ses”

Deutschland 2018
15 Tracks; 53:32 min
Canan Uzerli Music
www.cananuzerli.com

Wie reichhaltig sich Musik entwickeln kann, wenn man verschiedenen Kulturen Raum gibt sich gemeinsam zu entfalten, hört man eindrucksvoll auf dem Album “İçten Gelen Ses” der türkisch-deutschen Sängerin Canan Uzerli. Übersetzt heißt das Album “Die Stimme aus dem Innern”. Sehr persönlich wirken die Songs, die die Künstlerin durchweg auf Türkisch singt. Im Booklet sind alle Texte zudem ins Deutsche übertragen, so dass man den Songs und der wunderschönen Stimme lauschen und den Gedanken der Sängerin folgen kann. Die poetischen Texte drehen sich um Glück, Sehnsucht, Schicksal. Auch eine Liebeserklärung an Istanbul ist zu hören. Mit Akkordeon und Saz, mit Geigen und Gitarren verbindet sie die beiden Kulturen, die in ihrer Seele wohnen. Musikalisch wagt sie dabei den Spagat zwischen Pop, Folklore und europäischen Hörgewohnheiten. Tango und Flamencoanklänge finden in den Liedern ebenso ihre Berechtigung, wie die reichhaltige Klangharmonie der türkischen Musik. “İçten Gelen Ses” ist ein Album, das vom ersten Ton an fesselt und einen am Ende beseelt und glücklich entlässt.

© Karsten Rube 2019 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Canan Uzerli in der Sendung Orient Express und bei den Womens Voices zu hören.

George Leitenberger & Roddy McKinnon “Raw Love”

George Leitenberger & Roddy McKinnon “Raw Love”

Deutschland 2018
14 Tracks; 55:57 min
Silberblick Music
http://georgeleitenberger.com/

Praktisch, wenn man als Musiker auf die zahllosen Möglichkeiten der modernen Techniken zurückgreifen kann. Noch schöner ist es, wenn man das gar nicht muss. Der Gitarrist George Leitenberger aus Deutschland und der Schotte Roddy McKinnon konzentrieren sich auf ihrem  gemeinsamen Album “Raw Love” aufs Wesentliche. Sie spielen einfach. Die 14 Tracks, der einfachen, wie brillanten Produktion haben sie in fünf Tagen in einer Art Live-Gig-Session im Studio eingespielt. Ehrlich und ohne Tricks. Leitenberger setzt hier seine Erfahrung als Songwriter und Liebhaber des Deltablues ein. McKinnon ist präsent als langjähriger Rockmusiker und punkbegeisterter Gitarrist. Beide zusammen erzählen Persönliches, Melancholisches und Romantisches, begleitet vom Stahl ihrer Gitarrensaiten. Als Bonustrack gibt es eine Hommage an den verstorbenen Berliner Schauspieler Andreas Schmidt.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von George Leitenberger & Roddy McKinnon in der Sendung Go West zu hören.

Der Berndt – Jazz ohne Kompromisse

Der Berndt „Tree of Knowledge

Deutschland 2018 11 Tracks; 61:51 min (Timezone www.timezone-records.com)

Manchmal hört man einen Song, eine CD und fühlt sich sofort an eine frühere musikalische Erfahrung erinnert. Vergleiche sollte man tunlichst lassen, da Künstler ihre eigene persönliche Note finden möchten und man diese nicht mit Vergleichen im Stile von “Klingt, wie …” abtun sollte. Im Falle der Musik von Der Berndt und seinem außergewöhnlichen und experimentierfreudigen Album “Tree of Knowledge” möchte ich trotzdem einen Vergleich anführen, der weit hergeholt scheint. Aber tatsächlich fühlte ich mich beim Hören des Albums an den meist unterschätzten Soundtrack Hollywoods erinnert, nämlich an die von Joe Jackson geschriebene Musik zum Film “Mikes Murder”. Jackson arbeitete damals mit ähnlichem Instrumentarium und brachte eine Stimmung hervor, die auch Der Berndt hervorzurufen vermag. Irgendwas zwischen Traumverlorenheit und verlustbedingter Vergeblichkeit. Nicht gerade ein hoffnungsvoll stimmendes Konzept für ein Jazzalbum. Aber Thomas Berndt lebt musikalisch auf einem eigenen Stern, weit davon entfernt sich konzeptionell reinreden zu lassen. “Tree of Knowledge” ist ungewöhnlich, unangepasst und von starker emotionaler Prägung. Rhythmische Sprünge, Klangspiele mit Hall und Stimmen spielen dabei ebenso eine Rolle, wie der schnelle Wechsel von Klavier auf E-Piano. Wenn man sich das Album mit Geduld und ablenkungsfrei angehört hat, erwacht die Erkenntnis, hier ein Stück unverwechselbaren, ziemlich durchtriebenen Jazz gehört zu haben. Lediglich das CD-Cover ist etwas albern geraten.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Der Berndt in der Sendung World-Jazz zu hören.

Anregender Indiefolk aus Köln

We used to be Tourists “The Benefit of Doubt”




Deutschland 2018
11 Tracks; 37:36 min
Couch’n Candle
www.we-used-to-be-tourists.com

Die junge Band We used to be Tourists aus Köln, hat sich für ihr zweites Album etwas Zeit gelassen. Das ist immer eine gute Idee, nach einem hervorragend besprochenem Debüt. Schnell kann eine Wiederholung des ersten Erfolges daneben gehen. Die vier Musiker, eine Dame und drei Herren haben Eindrücke gesammelt, als sie reisten. Amerika, Israel, Skandinavien und Mallorca. Und Reisen verändert Blickwinkel. Die Musik ihres zweiten Albums “The Benefit of Doubt” besitzt viele musikalische Blickwinkel, viele Impressionen kann man hören, fröhlich ausgelassene, wie leise und getragene. Geschichten werden erzählt, Gefühle geteilt, mal textlastig, mal nur auf der Basis von Melodie und Instrumentierung. Die Form des Indiefolks, die We used to be Tourists also lockere Kategorisierung anführt, basiert auf ziemlich gut durchdachten Arrangements. Ein etwas verstimmt wirkendes Barpiano spielt dabei ebenso einer Rolle, wie eine stimmige Abmischung von Streichinstrumenten. Dazu ein einfacher, aber mitteilungsfreudiger Gesang, der von Solostimme bis hin zum harmonischen Satzgesang reicht. “The Benefit of Dout” ist ein einfühlsames Album, das lange nachklingt.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld