Ein Regenbogen über der Levante – „Facing East“ vom Modus Quartet

Modus Quartet „Facing East“

Schweiz 2018
9 Tracks; 46:16 min
CPL-Music
www.www.omrihason.ch

Vom Mittelmeer träumt es sich besonders gut in den den Bergen der Schweiz. Das Meer ist weit und für den aus Israel stammenden Perkussionisten Omri Hason ist es die Heimat ebenfalls. Aber Heimat ist immer da, wo man sich wohl fühlt und wo man unbehelligt seinen Träumen nachgehen kann. So kann der Musiker mit seinen künstlerisch ambitionierten Kollegen aus Armenien, Italien und der Schweiz den Klängen der Levante folgen. Eine oriental-mediterrane Atmosphäre erzeugt das Modus Quartet mit ihrem Album “Facing East”. Die Stimme der armenischen Sängerin Houry Dora Apartian rundet das Hörerlebnis mit einer kaukasischen Note ab. Der Einsatz des relativ neuen Musikinstrumentes Hang – einer Halbkugel aus Stahlblech – gibt der ganzen Stimmung einen meditativen Anstrich. Die Musik des Modus Quartets ist die akustische Entsprechung eines Regenbogens über dem östlichen Mittelmeer.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Modus Quartet in der Sendung Die Europalette und in der Sendung World Jazz zu hören.

Sinéad „For You“ Debütalbum mit nachhaltiger Wirkung

Sinéad „For You“

England 2017
10 Tracks; 39:59 min
MVI Music
www.sineadmusic.com

Das Debütalbum der irischen Sängerin Sinéad Egan ist eine kleine Überraschung. Das ist das Schöne an Debüts. Häufig sind sie unbefangen, sind ehrlich und noch frei vom Erfolgsdruck. “For you” ist so eine unbefangene Produktion. Die Multiinstrumentalistin Sinéad Egan hat sich schon früh für die großen Stimmen des Folk, der Countrymusik und des Soul begeistern können, wie Sadé, Tracy Chapman, Joni Mitchell. Wenn man sich die zehn schwärmerischen und lebensfrohen Songs, die mit einer kleinen typisch irischen Note Melancholie versetzt sind, zu Gemüte führt, kann man die Vorbilder heraushören. Die Songs der in London lebenden Irin sind großartig in ihrer Leichtigkeit, die Arrangements einfallsreich, aber frei von Übertreibung. Sinéad kann Stimmungen mit stilistischen Elementen erzeugen, wie z.B. Fernweh im Stück “Nobody Knows”, das wie eine Zugfahrt über das grüne Irland anmutet. “No Excuses” folgt kurz darauf. Hier durchdringt etwas Schwermut die Szenerie. Wunderbar gesetzt sind in diesem Song die Streicher mit pointierten Pizzicati. Musikalisches auf den auf Wolken schweben, gelingt ihr in der souligen Schlussnummer “Love can be an Enemy”. Sinéad Egans Album “For you” ist es Wert, es mit größerer Aufmerksamkeit zu bedenken. Schleichend schmeichelt sich ihre Musik ins Gehör und Gefühl. Musik, die bleibt.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Sinéad in der Sendung Music from the Islands und im Tagesprogramm zu hören.

CD Empfehlung im März: Neue CD von Finnlands Akkordeonqueen Johanna Juhola

Johanna Juhola „Divan Jäljet“

Finnland 2018
10 Tracks; 43:34 min
Westpark Music
www.johannajuhola.net

Eine Autopanne zu haben, ist nicht schön. Man muss auf den Abschleppdienst warten. Sitzt man allerdings mitten im Winter in Norwegen im Schnee fest, dann ist Bewegung bitter nötig. Johanna Juhola saß während einer Tournee mit ihren Musikern in solcher Situation einige Zeit auf der Straße fest. Damit keine Langeweile aufkam und der Frost nicht zu sehr biss, griffen die Musiker zu ihren Instrumenten. Gleich der erste Song des neuen Albums der finnischen Akkordeonmeisterin Johanna Juhola ist während dieser Wartezeit in Norwegen entstanden. Die musikalische Umsetzung ist das Gegenteil von Trübsal. Flott und fröhlich spielen sich die Musiker durch das rasante Thema des Titels und eröffnen damit ein Album, das nicht nach langen skandinavischen Nächten in sentimentaler Stimmung klingt. Johanna Juhola hat in den Jahren, in denen sie nun aktiv musiziert ihren eigenen Stil entwickelt. Einen fröhlichen und frechen Stil, der finnische Folklore und finnischen Tango zusammenbringt und sich nicht scheut auch elektronische Elemente einzubinden. “Diivan Jäljät” – Shadows of a Diva heißt ihr neues Album. Der Titelsong erzählt die Geschichte von einer Diva, die sich in einem Märchenland verliert. Diesen Song hat sie mit dem finnischen Rapper Tommy Lindgren eingespielt. Rap auf Finnisch dürfte wohl auf der Zungenbrecherskala eine ziemlich hohe Wertung bekommen. Aber auch der Moment des Innehaltens ist für sie von großer Bedeutung. Wer Vollgas unterwegs ist, muss auch mal anhalten und tanken. “Rauha” (Ruhe) heißt ein Lied, das für einen Moment das Tempo drosselt. ”Sadepäivä” (Verregneter Tag) ein anderes. Doch es kommt keine skandinavische Melancholie auf. Es ist eher, als würde man sich dem Luxus hingeben, saubere Luft zu atmen, und es bewusst genießen. Die Lieder des Albums hinterlassen einen starken visuellen Eindruck. Man glaubt die Geschichten, die die Künstlerin erzählen will, greifen zu können, sobald sie das Ohr erreichen. Die professionelle Musikerin Juhola lässt der kindlichen Spielfreude der Johanna freien Lauf. Das ist mitreißend und herzerwärmend. Dieses Album macht glücklich, glauben sie mir das ruhig und hören sie selbst.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Johanna Juhola in der Sendung Nordlichter und in der Sendung des Tagesprogramms Morning Train Morning Train zu hören.

Das neue Album der Dry Dudes „Memories“

Dry Dudes „Memories“

Deutschland 2018
12 Tracks; 40:19 min
Timezone
www.www.drydudes.de

Nach den träumerischen Wünschen, denen sich die beiden norddeutschen Musiker Erwin Holm und Patrick Schütte als Dry Dudes auf ihrem Debüt-Album “Fairytales” hingaben, ist es ein Jahr später bereits Zeit, sich mit “Memories” auf das Feld der Erinnerungen zu begeben. Teilweise noch in Blüte, anderenorts reif und an weiteren Stellen längst abgeerntet, erweist sich dieses Feld als ein lebendiges Stimmungsbarometer. Die Songs, nun schon um einiges weiterentwickelt, als im überaus gelungenen Debüt, erweisen sich als kraftvolle Ergebnisse eines sichtbaren Erfahrungsschatzes, der sich über das Jahr angesammelt hat. Ihre Songs über Liebe, Verlust, Hoffnung, Enttäuschung verpackt in dynamischen Poprock sind dabei ebenso überzeugend, wie die nostalgischen Momente, die ebenfalls Platz auf diesem zweiten Album gefunden haben. Ihre Qualitäten als reines Akustikduo ergänzen sie jetzt durch ein paar exzellente Gastmusiker. Mehr Band als Duo, bestätigen die Dry Dudes mit ihrem Album “Memories” die Hoffnung auf viel versprechenden, gleichermaßen gefühlsbetonten wie intelligenten Pop, wie man diese bereits nach ihrem Debüt hegte.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Band in der Sendung Heimatklang und in der Sendung des Tagesprogramms World Day zu hören.

Aktuell sind die Dry Dudes auf Tour:

16.03.2018 Papenburg – Stadthalle Release Konzert mit Liveband
17.03.2018 Papenburg – Media Markt
17.03.2018 Lingen – Media Markt
17.03.2018 Göttingen – Apex mit Liveband
18.03.2018 Kassel – Palais Hopp mit Liveband
19.03.2018 Meppen – Media Markt
20.03.2018 Bremen – Heldenbar
21.03.2018 Köln – Kulturcafé Lichtung mit Liveband
22.03.2018 Berlin – Art Stalker mit Liveband
24.03.2018 Cuxhaven – Franzler Musikbar mit Liveband
25.03.2018 Itzehoe – Küchenstudio 48
27.03.2018 Osnabrück – Unikeller mit Liveband
28.03.2018 Oldenburg – 3RaumWohnung
14.04.2018 Lingen – Hauskonzerte Löning

CD-Empfehlung im Februar: Hiss-Südsee, Sehnsucht & Skorbut

Hiss „Südsee, Sehnsucht & Skorbut“

Deutschland 2018
12 Tracks; 44:47 min
Hiss (H’Art)
www.hiss.net

Wikipedia nennt unter dem Unterpunkt: wichtigste Vertreter der Polka Ernst Mosch und Stefan Hiss in einem gedruckten Atemzug. Der eine ein Vertriebener, der andere ein Getriebener. Während der eine seiner alten, verlorenen Heimat nachtrauerte, ist der andere gern weg, meistens unterwegs um, laut Liedtext: “bloß nicht in der Heimat begraben zu werden.” Die weite Welt da draußen hat es Stefan Hiss schon immer angetan. Er spielte in Texas und Mexiko, Rudolstadt und demnächst in Spenge-Bardüttingdorf. Zahllose Reisen haben Stefan Hiss und seine Band geprägt. Das aktuelle achte Album, das die Gruppe Hiss nun veröffentlicht hat, heißt “Südsee, Sehnsucht & Skorbut”. Und ist ein wahres Potpourri der gediegenen Reiseunterhaltung. Diesmal dringt der Blick durch das ausgezogene Fernrohr über die Weiten der Sieben Weltmeere. Seemannsgarn von der akkurat getexteten Art geben sie zum Besten, eingepackt in Melodien, die den gewohnten Polkapfad manchmal verlassen, um auf den feuchten und sandigen Dünenwegen von Reggae, Cumbia und Shanty zu spazieren. “Südsee, Sehnsucht & Skorbut” lässt Fernweh aufkommen und das nicht nur, weil die Texte, denen wieder wunderbar der Spagat zwischen banal und absurd gelingt, von Seefahrerklischees und Abenteurerromantik nur so schäumen. Der “Rum” wird besungen, “Die Christliche Seefahrt”, und Freddy Quinns “Die Gitarre und das Meer” fehlt auch nicht. Dazwischen amüsiert sich die Kapelle bei “Sibirischer Liebe” und reist mit hohem Tempo von “Sansibar nach Santa Fé”. Musikalisch fährt die Gruppe wieder alle Geschütze auf, die man an Bord des Unterhaltungsdampfers Hiss klarmachen kann. Da ist die wandelbare Gitarre von Thomas Grollmus, der den Klang der Hawaiigitarre hervorzubringen vermag, aber auch Reggaeriffs und Westernstyle. Volker Schuh am Bass und der Perkussionist Bernd Öhlenschlägel geben eine bezaubernde Rhythmusgruppe ab, die melancholische Stimmungen ebenso dezent zu untermalen versteht, wie den treibenden Latinsound in der Cumbia “Si no me quieres no me engañes”. Michael Roth ergänzt die Songs mit seinem Mundharmonikaspiel, das zwar gern bluesorientiert ist, doch ohne Probleme in jedem Stile glänzen kann. Stefan Hiss singt mit rotzig frecher Stimme. Er gehört außerdem zu den exzellenten Musikern, die immer so tun, als wäre das Akkordeon nur ein Begleitinstrument zum Gesang. Tatsächlich bringt er virtuos alle Facetten des Instrumentes zum Klingen, fast beiläufig und doch mit hoher Präzision. Hiss’ Album “Südsee, Sehnsucht & Skorbut” ist vollgepackt mit süffisanter Sentimentalität und sonnigem Schalk. Ein echter Hiss.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Hiss in der Sendung Heimatklang und in der Sendung des Tagesprogramms  World Day zu hören.

Neue Musik aus dem Norden

Frische Nordlichter

Neue skandinavische Musik im Programm von Radio-Skala.

Die erste Ausgabe von Frische Nordlicher - Neue Musik aus Skandinavien läuft am Mittwoch vormittag 14. Februar 2018 um 10:00 Uhr und am Samstag, dem 17. Februar 2018 um 18:00 Uhr auf Radio-Skala.

Neues Leuchten vom skandinavischen Musikhimmel.

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Sara Ajnnak – Musik aus dem südlichen Lappland

Sara Ajnnak „Ráhtjat“

www.saraajnnak.com

Sara Ajnnak stammt aus dem Süden Lapplands, aus der schwedischen Provinz Västerrbotten. Aufgewachsen ist sie in einer Familie von Rentierzüchtern. Obwohl sie dem Volk der Sami angehört, musste sie sich ihre Sprache erst im Laufe ihrer Jugend neu erarbeiten. Die Un-Samisprache ist fast ausgestorben. Sara Ajnnaks zweites Album “Ráhtjat” lebt von der Sprache ihres Volkes und von der vorsichtigen Berührung der alten Traditionen mit der Moderne. Die Kunst, die Gegenwart zu akzeptieren, ohne die Tradition zu verlieren ist genau so schwierig, wie die Tradition zu bewahren, ohne die Modernität zu verachten. Von beiden Seiten muss mit Sensibilität aufeinander zu gegangen werden. Sara Ajnnak singt über die Problematik, über die Angst der Rentierzüchter ihre Herden an den Bergbau zu verlieren. Ihre Lieder handeln von der Natur, von den kurzen, aber wunderschönen Sommern im Norden Skandinaviens. Die Musik passt sich den Themen an, ist zuweilen mit den Kanten des Joikgesangs versehen. An anderer Stelle wirkt die meditativen Tiefe des Gesangs der Sami. Zwischen all den in der Tradition der Sami gesungenen Lieder, blitzen Blues- und Popelemente auf, die geschickt den Brückenschlag zwischen den Kulturen wagen.

Radio-Skala verlost ein handsigniertes Exemplar des Albums. Bei Interesse: kurze Mail an musikredation(at)radio-skala.eu. Kennwort: „Sara Ajnnak Album“.

Auf Radio-Skala hören Sie die charismatische Sängerin aus Skandinavien in der Sendung „Nordlichter„.

© 2018 Karsten Rube für Radio-Skala & Folkworld

Gregg Stewarts Album „Twentysixteen“

Ein Gedenkalbum für Künstler, die 2016 verstorben sind

 

http://www.greggstewartmusic.com/

Manchmal kommt es einem so vor, als würde der Tod gerade eine besonders reiche Ernte einfahren. Meist ist der ausgehende Winter die Zeit, in der sich in den Nachrichten und Netzwerken Meldungen häufen, die das Ableben von einigermaßen oder ganz besonders bekannten Persönlichkeiten verkünden. 2016 war so ein Jahr, in dem sich zahlreiche populäre Künstler, Sportler, Politiker verabschiedeten. Alan Rickman, Rudi Altig, Miriam Pielhau, Umberto Eco, Muhammed Ali, Hans Dietrich Genscher, um jenseits der Musik ein kurzes Gedenken anzustoßen. Berühmten Musikern, die 2016 starben, hat der Songwriter Gregg Stewart aus New Jersey ein Gedenkalbum gewidmet. Es heißt simpel “Twentysixteen”. Vierzehn Coverversionen sind darauf zu hören, alle von Stewart liebevoll ausgewählt und mit einer Zurückhaltung eingespielt, die den Songs der verstorbenen Künstler gerecht wird. Gregg Stewart vermeidet es sorgfältig, seine eigene Person in den Vordergrund zu stellen, ohne dabei Abstriche an der Qualität zu machen. Aufgenommen hat er unter anderen “Raspberry Beret” von Prince, “A Different Corner” von George Michael, “If I could only Fly” des Countrystars Merle Haggard, “I found somebody” von Glenn Frey, “Leaving the Table” von Leonard Cohen und natürlich David Bowies “Starman”, um nur ein paar dieser Highlights dieses Albums anzusprechen, das eine leichte Neigung besitzt, den Hörer in eine melancholische Stimmung zu versetzen. Gregg Stewarts ist mit “Twentysixteen” ein ausgezeichnetes Gedenkalbum an vierzehn Künstler gelungen, die auch nach ihrem Tod 2016 sicher nicht vergessen werden.

© 2018 Karsten Rube für Radio-Skala & Folkworld

CD Empfehlung im Januar 2018 Kari Bremnes „Det Vi Har“

Kari Bremnes „Det Vi Har“

Norwegen 2017

www.karibremnes.no

Strange Ways Records

Fünf Jahre hat die norwegische Künstlerin Kari Bremnes benötigt, um ein Kunstwerk zu modellieren, das so faszinierend, wie ungewöhnlich ist. Auf ihrem neuen Album “Det Vi Har” betritt der Hörer eine eigene Klangwelt. Eine Klangwelt die die fast schon mystisch anmutenden norwegischen Landschaften beschreibt und gleichzeitig mit urbaner Realität kokettiert. Kari Bremnes Familie lebt im Norden Norwegens. Dort hat sie ein Haus und die Ruhe zu komponieren, mit Klängen zu tüfteln und ihre musikalischen Sternbilder zum Kreisen zu bringen. In Oslo lebt sie ebenfalls übers Jahr. Ihr Zugeständnis an die Welt und gleichzeitig die Bodenhaftung in der Gegenwart. Die Lieder auf dem Album “Det Vi Har” sind geeignet, für eine Weile auszusteigen aus dem Trubel der Realität. Nordlichter tanzen vor den Augen. Wolken kratzen an den schneebedeckten Spitzen der Berge, die aus den Fjorden steigen. Fjordgeister tanzen. Kari Bremnes zieht ihre Kraft aus den nordischen Sagen und der traditionellen Musik ihrer Heimat. Das ist der Boden, in dem sie wurzelt. Doch ihr Streben gilt den Sternen. Alle Songs sind elektronisch aufbereitet, erinnern an den Synthesizersound der achtziger Jahre, als Jean Michelle Jarre in den elektronischen Kosmos entführte. Manche Klänge auf der CD wirken zerbrechlich wie filigrane Eisblumen, andere haben die Kraft eines Gebets. Karg wie die Landschaft am Polarkreis, aufs wesentliche reduziert sind ihre Lieder. Kari Bremnes Musik ist rhythmische Stille. Nichts an ihren Songs und Kompositionen erinnert irgendwie an die Geräusche, die gewöhnlicherweise aus dem Alltagsradio krachen. “Det Vi Har” wirkt dabei wie ein schleichendes Gift. Schnell wird man süchtig nach ihrer Stimme, den dezenten, treibenden Rhythmen, der Stimmung, die in Trance zu versetzen mag. Auch ohne norwegische Sprachkenntnisse kann man sich in diesem verführerischsten Album des Jahres 2017 verlieren.

Auf Radio-Skala ist Kari Bremnes‘ Musik in der Sendung Nordlichter und in der Sendung des Tagesprogramms  World Day zu hören.