CD-Empfehlung im Monat Februar: Cristina Branco „Eva“

Cristina Branco  „Eva“

Portugal 2020
10 Songs; 35:53 min
O-Tone Music

Cristina Branco ist mehr als eine Fadosängerin. Ihr großer Erfolg in den Jahren ihrer Karriere bei Universal-Music war sicher voller Arbeit und Erfüllung. Trotzdem genügte es ihr irgendwann nicht mehr. Die Frage, die sich viele Leute an einem bestimmten Punkt ihres Lebens stellen, lautete: “Was ist Freiheit”. Als Künstlerin hatte sie bereits einige kreative Freiheiten. Deshalb war sie schon früh in ihrer Karriere darüber hinaus, sich auf Fado festlegen zu lassen. Aber war das ausreichend? War das die Freiheit, die sie wollte?

Sie erfand ein Alter Ego. Eine Kunstfigur, die mehr von ihr preisgeben sollte, als das Bild der erfolgreichen Künstlerin hergab. Sie erfand “Eva”, eine Frau, die mehr Spielraum bekommen sollte, als Cristina in ihrer Rolle als Vertreterin der Interessen einer Plattenfirma. Sie löste sich von Universal und begann eine Trilogie auf den Weg zu bringen. “Menina”, “Branco” und “Eva” zeigen die Gedanken und Gefühle derselben Person, zu unterschiedlichen Zeiten des Lebens. “Menina” als neugieriges Mädchen, der die Zukunft gehört. “Branco”, als lebendige, selbstbewusste Frau, die Mitten im Leben steht und nun “Eva”, die gereifte Frau, die reichlich Lebenserfahrung in ihrem Herzen trägt. Drei Alben, die nicht als Hohelied auf die Weiblichkeit gedacht sind, sondern als Bestandsaufnahme des Seins in all seinen Facetten, vom Selbstbewusstsein bis hin zur Verletzlichkeit.
Eine große Bandbreite an Künstlern begleitete Cristina Branco beim kreativen Gestalten der Songs. Musiker aus Pop, Rap, Jazz, aus der traditionellen Musik und der Klassik schrieben für sie Lieder. Literaten, ein Nobelpreisträger dichteten an den Texten. Wie “Menina”, und “Branco” ist auch “Eva” hinreißend und emotional. Stimme, Musik und Poesie finden im gemeinsamen Fluss zusammen. Obwohl sie ihre Lieder als Kunst vorträgt, die gezielt ersonnen und erarbeitet wurden, erlebt man sie lauteren Herzens.
Die Trilogie, die in “Eva” nun ihr vorläufiges Ziel gefunden hat, erreicht den Hörer wie eine innige Umarmung.

© Karsten Rube 2021 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio Skala ist  Cristina Brancos Musik in den Sendungen Lusofonia und  Womens Voices zu hören.

Promenieren Sie mal wieder

Antoine Villoutreix
"Promenade”

Deutschland 2021
15 Tracks; 54:01 min
Sungroove Records
www.antoinevilloutreix.com

Wissen Sie noch, wie das ist, unter den frisch erblühten Bäumen auf dem Boulevard “Unter den Linden” unbeschwert zu lustwandeln? Ja? Dann sind Sie auch schon etwas älter. Denn nicht nur das Virus hat diese Form des Flanierens in weite Ferne gerückt, nein, auch der Begriff Lustwandeln ist vergessen, denn er ist ein Begriff aus der Vormaskenzeit. Und überhaupt haben die Baustelle der Kanzler-U-Bahn, der Schlossneubau und die Jahrzehnte dauernde Sanierung der Staatsbibliothek diese Straße lange vom Promenieren ausgeschlossen. Aber Hoffnung überlebt und es muss ja nicht “Unter den Linden” sein. Promenieren kann man auch an anderen Orten und das selbst im Schnee des Winters mit frühlingsleichter Musik von Antoine Villoutreix. Das Album “Promenade” des französischen Wahlberliners ist voller freundlich duftender musikalischer Blüten, die durch grüne Stadtkieze begleiten. Gleichwohl kann man bei seinen Chansons, Swingmelodien, folkig-rockigen und vom Country inspirierten Songs an der Spree, wie an der Seine spazieren gehen, Flohmärkte besuchen, in Cafès abhängen oder nachts um die Häuser ziehen. All diese Themen einer unbeschwerten Vergangenheit und einer hoffentlich wiedererwachenden Lebenslust in nicht allzu ferner Zukunft, finden sich in den 15 Liedern der CD “Promenade”. Villoutreix baut dabei nicht auf streichzarte Poesie, sondern agiert mit freundlicher Straßenromantik. Für ihn ist die Stadt kein vordergründig ruppiger Ort, sondern Inspiration und Lebensinhalt. Selbst die Melancholie, die er beim Betrachten des grauen Himmels durch das Fenster seiner Wohnung empfindet, hat nichts Deprimierendes. Das Ensemble, das den Musiker durch die Songs begleitet, weist allerhand Namen auf, die auch schon anderen Ortes für ausgezeichnete Produktionen sorgten. So ist Danny Dziuk am Keyboard ausfindig zu machen, ebenso der Kopf vom Club des Belugas Maxim Illion. Mischa Tangien vom Babylon Orchestra arrangierte die Strings im Song “Le Vacarme”. Einige der Streicher sind sonst eher in der Klassik und am Theater zu finden. Und auch vom Modern Balkan Swing Ensembles Django Lassie fanden Musiker zur Produktion, dieses abwechslungsreichen und Lebensfreude weckenden Albums.

© Karsten Rube 2021 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Antoine Villoutreix in der Sendung Heimatklang und in der Sendung Tour de France zu hören.

CD-Empfehlung im Monat Januar: Beth Wimmer „Chemical Reaktion“

Beth Wimmer (USA/CH) „Chemical Reaktion“

Schweiz 2020
10 Songs; 35:09 min
Bookmark Music
www.bethwimmer.com

Beth Wimmer ist in Boston und später in Kalifornien aufgewachsen. Früh mit Folkgrößen wie Janis Joplin und Joni Mitchell in Kontakt gekommen, war ihr Weg als Musikerin schnell vorgeprägt. Seit mehr als einem Jahrzehnt lebt sie inzwischen in den Alpen. Die Schweiz und das kleine Lichtenstein sind wohl ganz fruchtbare Plätze, um bodenständige Americana-Musik zu produzieren. Ihr aktuelles Album heißt “Chemical Reaktion”. Beth Wimmer geht es in ihren Songs um Nähe, um Versuche miteinander klar zukommen, was bei manchen Konstellationen nicht leicht ist und bei anderen nahezu mühelos gelingt. Eine Frage der “Chemical Reaktion”.  Dynamik und Harmonie vermitteln die zehn Songs des Albums, die ausnahmslos aus der eigenen Feder entsprungen sind. In den aktuellen Zeiten, in den von Tourbetrieb und unterwegs sein, kaum die Rede sein kann, ist “Chemical Reaction” ein wunderbares Roadmusic-Album geworden. Man spürt die Antriebskraft, die die Musiker, wie die Hörer gleichermaßen auf Trab hält. Schwierig wird es, nach mehrmaligem Hören einen Lieblingssong auszumachen. Letztlich funktioniert jeder auf seine eigene eingängige Weise. Beth Wimmers Gesang sowie ihre Melodieführung stehen ganz selbstverständlich im Mittelpunkt ihrer musikalischen Erzählungen. Die Chemie stimmt auch zwischen der Sängerin und ihrer Band. Die Truppe besteht aus langjährigen Freunden und erfahrenen Musikern, die in Los Angeles zu Hause sind und die die Künstlerin mit einfallsreichen Arrangements zu umhüllen wissen. “Chemical Reaction” ist ein mehr als nur gelungenes Album. Schon jetzt ein Kandidat für die Bestenliste 2021.

© Karsten Rube 2021 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio Skala ist  Beth Wimmers Musik in den Sendungen Go West und in den Sendungen des Tagesprogramms Morning Train und World Day zu hören.

Krämer liebt Deine Tante

Sebastian Krämer
"Liebeslieder an Deine Tante”

Deutschland 2020
18 Tracks; 69:53 min
Broken Silence
www.sebastiankraemer.de

Wirklich Mut macht diese CD beim ersten Hören nicht. Krämers "Liebeslieder an Deine Tante" ist trotzdem ein Meisterwerk der hinterhältigen Lyrik und der musikalischen Feinfühligkeit. Krämer streckt keinen Zeigefinger in die Luft oder ermahnt den Hörer ein besserer Mensch zu werden. Man bemerkt bei ihm eher ein zaghaftes Schulterzucken. "Menschen sind halt so", scheint er zu sagen. "Man muss sie ja nicht mögen." Und doch, neben aller Melancholie, die man in den Stücken hört oder ahnt, schwingen liebevolle Momente auf, wie besonders im Text des Songs "Kein Liebeslied für Dich" oder bei "Mit dazu" zu Hören ist.
Der in Berlin lebende Chansonnier besitzt einen berührend altmodischen morbiden Charme. Neben seiner pointierten Klavierbegleitung lässt er kammermusikalische Perlen erklingen. Es sind wunderschöne Streicherarrangements, die seine Songs untermalen. Dafür zeichnen das Streichquartett Bowhème und die Sonnenunter-Gang verantwortlich. Nahezu klassisch kommt uns Krämer im "Neuen Reiselied". Hier glaubt man fast, Mozart hätte Heinrich Heine vertont. Krämers Tochter Hedwig kommt ebenfalls zum Zuge. "Frau Zielinski und der Finsterling" wäre ein wunderschönes Kinderlied, wäre der Text nicht eine Analyse einer klinisch depressiven Grundschullehrerin aus der Sicht einer Heranwachsenden.
Krämers Lieder sind selbst in den bizarren Momenten, an den Stellen, an denen andere Liederdichter in die Resignation abgleiten, so harmonisch, dass man in einen verhaltenen Freudentaumel verfällt und dabei wieder Hoffnung schöpft. Und sei es nur, weil Krämer einem das Gefühl gibt, dass die deutsche Sprache immer noch ihre schönen Seiten hat.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Sebastian Krämer in der Sendung Heimatklang zu hören.

Sehnsucht nach Ferne – Sehnsucht nach Nähe

Cobario
"Weit weg”

Österreich 2020
10 Tracks; 42:49 min
Independent Audio Management
https://www.cobario.com/

Mit welcher Selbstverständlichkeit wir in der zivilisierten Welt unsere Freiheit genossen haben, merken wir erst jetzt wirklich, wo sie plötzlich auf Grund der Diktatur einer unsichtbaren viralen Macht eingeschränkt ist. Soziale Kontakte, Freundschaften bleiben erhalten, wenn sie digitalen Mustern folgen können. Doch persönliche Momente bleiben auf der Strecke, wenn eine räumliche Distanz besteht. Sie ersetzen, kann das digitale Ersatzleben nicht. Und von der Freiheit des in der Welt Herumstrolchens kann man derzeit nur träumen. Das allerdings intensiv, denn Reisen kann und muss man nun medial: virtuell, literarisch oder musikalisch. Bei Letzterem helfen uns die drei Musiker der Gruppe Cobario aus Wien. “Weit weg” heißt ihr aktuelles Album, und der Titel verweist aktuell nicht mehr nur auf ein Träumen, sondern besitzt bereits einen Hauch des Flehens. “Weit weg” kommen wir, wenn wir uns in den Gedankenflügen verlieren, die die Musiker Herwig Schaffner, Georg Aichberger und Jakob Lackner mit Gitarren und Violine wecken. Für Überraschung sorgt ihre neu gefundene Gesangsstimme, die im aktuellen Album vermehrt in den Titeln erscheint. Scheinbar ziellos treiben sie den Hörer durch die Welt. Beginnen sie mit “El Mariachi” mit etwas Sonnenbrand und träge durchs gedachte Bild rollenden Steppenläufern, nehmen sie in “Lucky Punch” in bester Bluegrassstimmung Fahrt auf. “Kreise im Sand” nahm bei der Produktion, Monate vor der Coronakrise, die derzeit unerfüllbare Sehnsucht vorweg, frei und unbefangen, träumend und voller Freude grenzenlos zu sein. Und so führen sie den Hörer weiter an der Hand durch Welten und Kulturen und zu Menschen, denen sie begegneten, fernab der eigenen Begrenztheit. Aber auch dicht in die unmittelbare Nachbarschaft, wie es in dem schnuckelig, schnulzigen Lied “Mein Wien” herrlich heimelig zu hören ist. Slawische, orientalische, lateinamerikanische und iberische Einflüsse durchziehen ihre durchweg virtuosen musikalischen Linien. Einflüsse, mit denen sie sich in den Jahren vagabundierenden Musizierens an den verschiedensten Orten der Welt infiziert haben. “Weit weg”, das kann Reisen und Freiheit sein, aber auch Trennung und Abstand, wie im Abschlusslied deutlich wird. In beiden Fällen bedeutet “Weit weg” Sehnsucht. Eine Sehnsucht, der wir uns jetzt um einiges bewusster werden. Cobario liefert den passenden musikalischen Tonfall dazu.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik vom Cobario in der Sendung Heimatklang zu hören.

Telmo Pires – Verstand und Sinnlichkeit am Tejo

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Telmo Pires
“Através Do Fado”

Portugal 2020
10 Tracks; 35:28 min
Traumton Records
www.telmopires.pt

 

Fado lebt einzig und allein von der Wahrhaftigkeit des eigenen Gefühls. Kaum ein Vertreter dieses bedeutendsten musikalischen Seelenschaufensters Portugals hat dieses Empfinden so verinnerlicht, wie Telmo Pires. In Bragança im Norden Portugals geboren, wanderte er mit seinen Eltern früh ins Ruhrgebiet ein, lebte lange in Berlin und kehrte schließlich heim an den Ort, der für den Fado Ausgangspunkt und Schicksal gleichermaßen darstellt: Lissabon.
Zehn Jahre sind seit dem vergangen. Pires ist längst angekommen und steht heute solitär als männlicher Vertreter des Fados in seiner neu angenommenen Heimat. Zwar gibt es hervorragende Fadosänger, doch bisher vermarkteten die Labels lieber bekannte weibliche Größen des Genres, wie Misia, Mariza und Ana Moura. So blieb der männliche Fadointerpret eher unter dem Horizont. Als Pires anfing, Fado in Portugal zu produzieren, begann ein stetiger Kampf gegen das Reinreden, wie man den Fado zu singen, zu spielen hat. Dank der jahrelang gelebten Berliner Schule des “Lass ihn reden”, hob Pires bestenfalls eine frisierte Augenbraue und setzte seine eigenen Maßstäbe. Und diese beruhen, wie auf dem aktuellen Album “Através do Fado” deutlich zum Ausdruck kommt, allein auf Gefühl und Verstand. “Durch den Fado”, wie man den Albumtitel übersetzt, lässt Pires den Hörer am Erleben von Musik, Sehnsucht und Leidenschaft teilhaben. Zehn einfühlsame Lieder hat Telmo Pires und sein genialer Violoncello spielender Produzent und Arrangeur Davide Zaccaria für das Album herausgesucht oder neu komponiert. Manche neigen zur Schwermut, in anderen agiert Pires mit ungewohntem Überschwang, denn Fado bedeutet nicht Leiden, sondern Leben.

Um Fado überzeugend zu interpretieren, benötigt man zwei wichtige Eigenschaften, die sich im ersten Moment ausschließen. Fehlende Eitelkeit, um sich ganz ohne Scheu vollkommen durch Musikalität und Ausdruck dem Publikum hinzugeben und selbstbewusste Eitelkeit, die dem Publikum bewusst macht, dass man sich genau das traut. Telmo Pires beherrscht beide Facetten dieser Darstellung meisterhaft.

Mit jeder Zeile, ob selbst geschrieben oder interpretiert öffnet Telmo Pires auf seinem Album: „Através do Fado“ sein Herz weit und lädt ein, mit ihm die grundehrlichste Gefühlsregung der Portugiesen zu genießen: die Saudade.

© Karsten Rube 2020 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Telmo Pires in der Sendung Lusofonia zu hören.

Ronja bereist die Welt – Ein Songbook

Ronja Maltzahn
“Beautiful Mess”

Deutschland 2019
12 Tracks; 49:27 min
Timezone
www.ronja-maltzahn.de

 

Da kann ja eine was! Ronja Maltzahn aus Münster bereist die Welt und bringt Lieder mit. Wo andere Tagebuch schreiben, schreibt sie Songbooks. Und irgendwann müssen die an die Luft. Die transglobalen Lieder der jungen Münsteranerin erschienen nun auf ihrer Debüt-CD “Beautiful Mess”. Zwölf Lieder hat sie ausgewählt. Folkig, weltmusikalisch orientiert, leicht kammermusikalisch mit einem Hang zum Deutschpop. Eigentlich ist sie Solomusikerin: Gitarre, Cello, Klavier. Doch allein ist sie nie. Immer finden sich Musiker um sie herum ein und so ist auch diese Platte mit einer ganzen Blase von Musikern ausgestattet, die um sie herum schweben. Ronja mag Seifenblasen, besagt ein Artikel über sie. Deshalb müssen im Studio immer welche herumfliegen. Ob die Blasen neue Ideen freisetzen, wenn sie platzen, verrät sie nicht. Ronja singt mit Herz, häufig mit Sehnsucht. Als Vielreisende gehört das dazu. Mehrsprachig sowieso. Die Texte, solide Poesie, intoniert sie auf Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und denkt darüber nach, auch was auf Arabisch zu singen. Leider habe ich kein Babelfisch im Ohr und das Booklet ist in Handschrift, einer ausgewiesen ausgeschriebenen Handschrift. Und so bleibt mir nur, ihre wunderbaren Lieder mit einem neidischen “Angeberin” zu genießen.
Erst später, nach dem Zuhören, entdecke ich, dass Ronja freundlicherweise ihre Website mit der Übersetzung aus der Handschrift ins Lesbare ausgestattet hat und zudem jeden Songtext zwischen jeder ihr zugänglichen Sprache, wandeln lassen kann. Das nenn ich mal einen Service.

© Karsten Rube 2019 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Ronja Maltzahn in der Sendung World Day zu hören.

Zouzoulectric – geschmackvoller NeoSwing im Cocktailshaker

Zouzoulectric “Society of Fragments”

Deutschland 2018 11 Tracks; (ChinChinRecords, www.zouzoulectric.com)

Jüngstes Soulfood aus der Soundschmiede von Jürgen Kausemann ist die CD “Society of Fragments”, die er mit seinem Projekt Zouzoulectric produziert hat. Soul, NuJazz, NeoSwing, Lounge und Electropop sind hier wieder einmal perfekt in Einklang gebracht worden. Tanzbare Clubsongs für Tanzbars und Songclubs finden sich auf dem Album. Doch die Songs sorgen auch am heimischen Herd für allerhand virtuose Unterstützung. Neben einigen frischen Songs hat Zouzoulectric auch bereits veröffentlichtes ChinChin-Material vom Bahama Soul Club und dem Club des Belugas im Remix an das Ende des Albums gestellt. “Society of Fragments” besitzt die erfrischende Coolness des Labels. Wer sich regelmäßig Alben von ChinChin Records anhört, braucht kein Eis mehr im Cocktail.

© Karsten Rube 2018 für Radio-Skala & Folkworld

Auf Radio-Skala ist die Musik von Zouzoulectric in der Sendung World Dance zu hören.